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Füzesabony

Telefon Rufnummer:
36
Bevölkerung:
8185 Kopf
Ort:
4634 km2
  1. E-mail

 

Die optimalen Gegebenheiten der Ortschaft und seiner Umgebung wirkten sich schon von der Vorzeit an günstig auf die hiesige Ansiedlung der Menschen aus. Das zwischen dem kurvenreichen Wasserlauf der Bäche "Laskó" und "Eger" Grabengebiet gewährleistete mit seinen hervorgehobenen trocken gebliebenen Flächen, seinen Hügeln ideale Umstände für unserer Vorfahren. Unter den Funden des neolithischen Zeitalters heben sich in den vergangenen Jahren die auf der Trasse der Autobahn M3 vorgenommenen Ausgrabungen der gefundenen Gefäßscherben mit dargestellten Menschengesichtern hervor. Die im Nordosten der Ortschaft erschlossene kultische Baufundgemeinschaft der Kupferzeit zeigt Verwandtschaft mit dem Steinbau der südenglischen Stonehenge. Am berühmtesten sind die Tongeschirrfunde der Kultur der mittleren Bronzezeit - nach der auch die Kultur benannt wurde: Füzesabonyer Kultur der mittleren Bronzezeit . Auch aus der Eisenzeit, der Zeit der Völkerwanderung hinterließen die Preskythen, Kelten, Sarmaten - die Letzteren mit einer reichen Grab- und Schmuckanlage - die Andenken an ihre Kultur. Als "Zeitdokument" der Völkerbewegung sind uns die Csőrsz-Graben hinterblieben, die von den Römern gegen die erobernden germanischen Stämme gebaut wurden. Aus der Arpadenzeit sind 40 Grabfriedhöhe zum Vorschein gekommen, mit Silbermünzen, Schmuck aus der Zeit Königs Andreas.

Im 11. Jahrhundert haben wahrscheinlich die aus dem Kabarstamm stammende Nation Aba, aber auch in grösserer Anzahl slawische Ureinwohner laut etymologischer Überprüfungen aus dser Zeit der Landnahme hier gelebt. Zwieschen dem 11. und 13. Jahrhundert erschienen die noch eine eigene Sprache sprechenden Petschenegen in der Umgebung von Füzesabony.

Der Name Füzesabony ist zuerst schriftlich 1261 in der Namensform "Obon" vermerkt. In derselben aus der Zeit des Königs Béla IV. stammenden Urkunde kommt auch das zu Füzesabony gehörende Pusztaszikszó in der Form von "Dezmaszikszou" vor. Im Mittelalter blühten mehrere Ansiedlungen auf, gingen auf dem Verwaltungsgebiet der heutigen Stadt zugrunde, die mit kleineren und größeren Unterbrechungen Teile des Bistums Eger waren.
In den Jahren 1552 und 1685 entvölkerte sich Abony laut der Dokumente (türkisches Wüten, Plünderer der kaiserlichen Truppen), aber bald wurde es auf die Wirkung der bischöflichen Bevölkerungsverordnungen, der Freiheitsbriefe hin, wieder bevölkert, obwohl die Entwicklung bis zur Bereinigung des Urbars zur Zeit von Maria Teresia langsam war. Der Verwaltungsrechtsstand der Ortschaft war bis 1773 Gemeinde. Zur ersten Volkszählung in Ungarn im Jahre 1785 betrug die Anzahl ihrer Bevölkerung schon 1554 Personen, worunter zich auch 44 arme Kleinadlige befanden. In diesem Zeitraum entstand die Volksbautradition, deren Andenken zur 2. Jahrtausendwende leider vollkommen aus der Ortschaft verschwunden sind. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert vertraten die bischöflichen Bauarbeiten in Abony und Szikszó das Niveau des Zeitalters der europäischen Architektur.

In dem Dorfleben von Füzesabony nach dem Ausgleich können zwei wichtige Erscheinungen beobachtet werden: zum einen die Zerlegung des Grundbesitzes im großen Maße und das Wachsen seiner Anzahl, zum anderen beginnt der Differenzierungsprozeß der Bevölkerung. Die von dem geringen Boden nicht fähig zu lebende Einwohnerschaft mußte sich nach einer anderen Unterhaltsquelle umsehen: immer mehr kommen in der entstandenen örtlichen Industrie, in der Dienstleistungssphäre unter. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ist die sich im ganzen Land entwickelnde Modernisierung eine Hilfe der Gemeinde: der Eisenbahnbau gibt eine Grundlage für den Prozeß der Zivilisation zum Anschluß an die Wirtschaft des Landes. Der Jahrhunderte hindurch dauernde innere, homogene Dorfentwicklungsprozeß wurde unterbrochen, immer bedeutender wurden die äußeren Einflüsse. Die Vermischung, Verringerung der Bevölkerung wurde das Charakteristische zur 20. Jahrhundertwende, so ging auch durch die Volkskultur eine bedeutende Veränderung: bezüglich der Architektur, Sitten, Lebensweise, Volkstrachten usw.

Der I. Weltkrieg und der darauf folgende wirtschaftliche Rückfall führte zur großen Verarmung der Bevölkerung, zur Beschleunigung der Auswanderung, andererseits ist der örtlichen Intelligenz das Aufblühen des kulturellen Lebens zu verdanken. In einer 1935 gefertigten Ortsmonografie wurden 16 tätige Vereine mit einer betrachtlichen Mitgliederzahl aufgeführt. Am anerkanntesten war der Handwerkerkreis und seine Theatergruppe, die neben den Ortschaften der Umgebung sich auch einen Namen in der Hauptstadt schuf.

Der II. Weltkrieg bedeutete eine schwere Zerstörung für die Ortschaft: Industrie-, Verkehr-, Fernmeldeobjekte, kulturelle Teile wurden vernichtet (Brücken, Eisenbahnschienen, 9-stöckiger Getreidespeicher, Telefon- und Fernschreibernetz, Museum, Kirche, Bibliothek usw.)
Im Jahre 1950 wurde Füzesabony mit der Entwicklung des Ratsystems Kreissitz, das Zentrum für 17 Ortschaften. Durch diesen Status wurden für seine spätere Entwicklung die Grundfeiler geschaffen. Es bildeten sich die Kreisämter, Institutionen.. In seinem Verlauf entstand das städische Institutionennetz. Füzesabony wurde 1970 Großgemeinde, und ab 1. Januar 1984 Großgemeinde mit Stadtrecht. Am 1. März 1989 erhielt sie als 5. Ortschaft des Komitates den Stadtrang.